Zitate - Ökonomische Bildung

Ökonomische Bildung
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Zitate

Diskurse
Die Macht der Begriffe, Kategorien und Sprache

„Wer die Sprache beherrscht, also die Begrifflichkeiten und Kategorien, in denen wir über gesellschaftlich-politische Phänomene nachdenken und sprechen, hat wenig Mühe, auch uns zu beherrschen“

Vortrag von Prof. Dr. Rainer Mausfeld (Psychologe) an der Christian Albrechts Universität Kiel, am 22.06.2015
Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und Empörungsmanagement.


Der  Vortrag beschäftigt sich mit einem oftmals als ‚Paradoxon der  Demokratie‘ bezeichneten Spannungsverhältnis zwischen Volk und Eliten:  Demnach könne es in einer Demokratie beispielsweise passieren, dass, wie  Aristoteles bemerkte, „die Armen, weil sie die Mehrheit bilden, das  Vermögen der Reichen unter sich teilen.“ Aus Sicht der jeweils  herrschenden Eliten sind Demokratien daher mit einem besonderen  ‚Stabilitätsproblem‘ behaftet....
Ökonomische Kernschmelze

"Ohne einen fundamentalen Wandel des Ethos ökonomischer Akteure wird eine ökonomische Kernschmelze immer wahrscheinlicher."

Julian Nida-Rümelin | Hier zitiert aus: Forschung & Lehre, 23. Jg. (2016), Heft 1, S. 9.
Arbeit
Während Michel de Montaigne meinte „Wir sind zur Arbeit gebohren.“ * zweifelte beispielsweise Sören Kierkegaard das an:

"Was ist denn überhaupt die Bedeutung dieses Lebens? Die Menschen zerfallen in zwei große Klassen: die einen müssen arbeiten, um zu leben, die anderen haben das nicht nötig. Aber die Bedeutung des Lebens kann nicht darin liegen, daß man arbeitet, um zu leben. Das wäre ja ein Widerspruch, denn das hieße, daß die Produktion der Bedingungen die Antwort sein soll auf die Frage nach der Bedeutung des Bedingten. Das Leben der übrigen hat keine andere Bedeutung als die: die Bedingungen zu verzehren. Sagt man, daß im Sterben die Bedeutung des Lebens liege, so scheint das abermals ein Widerspruch zu sein."**

* Montaigne, Michel de (2010): Essais. Sämtliche 107 Essais nach der ersten deutschen Gesamtausgabe von Johann Daniel Tietz. Frankfurt am Main: Zweitausendeins, S. 94.
** Kierkegaard, Sören (2007): Philosophische Schriften. Entweder-Oder; Philosophische Brocken; Abschließende unwissenschaftliche Nachschrift zu den philosophischen Brocken. Frankfurt am Main: Zweitausendeins, S. 34.
Wer gewinnt den Klassenkampf

„Es gibt einen Klassenkampf, natürlich, und meine Klasse, die Reichen, die ihn führen, die gewinnen ihn gerade.“

Warren Buffett

Hier zitiert aus: Urry, John (2015): Grenzenloser Profit. Wirtschaft in der Grauzone. Unter Mitarbeit von Hans Freundl. Lizenzausgabe. Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung (Schriftenreihe / Bundeszentrale für Politische Bildung, 1587), S. 9.
Marx und Engels über Gedanken

"Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d.h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht. Die Klasse, die die Mittel zur materiellen Produktion zu ihrer Verfügung hat, disponiert damit zugleich über die Mittel zur geistigen Produktion, so daß ihr damit zugleich im Durchschnitt die Gedanken derer, denen die Mittel zur geistigen Produktion abgehen, unterworfen sind. Die herrschenden Gedanken sind weiter Nichts als der ideelle Ausdruck der herrschenden materiellen Verhältnisse, die als Gedanken gefaßten herrschenden materiellen Verhältnisse; also der Verhältnisse, die eben die eine Klasse zur herrschenden machen, also die Gedanken ihrer Herrschaft. Die Individuen, welche die herrschende Klasse ausmachen, haben unter Anderm auch Bewußtsein und denken daher; insofern sie also als Klasse herrschen und den ganzen Umfang einer Geschichtsepoche bestimmen, versteht es sich von selbst, daß sie dies in ihrer ganzen Ausdehnung tun, also unter Andern auch als Denkende, als Produzenten von Gedanken herrschen, die Produktion und Distribution der Gedanken ihrer Zeit regeln; daß also ihre Gedanken die herrschenden Gedanken der Epoche sind."

Marx, Karl; Engels, Friedrich: Die deutsche Ideologie. Kritik der neuesten deutschen Philosophie in ihren Repräsentanten Feuerbach, B. Bauer und Stirner, und des deutschen Sozialismus in seinen verschiedenen Propheten. (geschrieben 1845-1846). In: Marx Engels Werke Bd. 3, S. 46.
Die Funktion der Forderung nach Mündigkeit

"Die Verkündigung von »Chancengleichheit« und »Mündigkeit« hat die Funktion, bestehende soziale Ungleichheit zu legitimieren und auf diese Weise zu einer Integration der Arbeitskraft in das gesellschaftliche System beizutragen."

Tillmann, Klaus-Jürgen (1976): Unterricht als soziales Erfahrungsfeld. Originalausg. Frankfurt am Main: Fischer-Taschenbuch-Verlag (6305), S. 38.

Voraussetzung des Herrschaftsverhältnisses

"Die Aneignung fremden Willens ist Voraussetzung des Herrschaftsverhältnisses."

Marx, Karl, Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie (verfaßt 1858), hrsg. v. Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED (1953), 2. Auflage (1974), Dietz Verlag, Berlin, S. 400.

Marx zur Bildung

"Alle Einwürfe, die gegen die kommunistische Aneignungs- und Produktionsweise der materiellen Produkte gerichtet werden, sind ebenso auf die Aneignung und Produktion der geistigen Produkte ausgedehnt worden. Wie für den Bourgeois das Aufhören des Klasseneigentums das Aufhören der Produktion selbst ist, so ist für ihn das Aufhören der Klassenbildung identisch mit dem Aufhören der Bildung überhaupt. Die Bildung, deren Verlust er bedauert, ist für die enorme Mehrzahl die Heranbildung zur Maschine.

Aber streitet nicht mit uns, indem ihr an euren bürgerlichen Vorstellungen von Freiheit, Bildung, Recht usw. die Abschaffung des bürgerlichen Eigentums meßt. Eure Ideen selbst sind Erzeugnisse der bürgerlichen Produktions- und Eigentumsverhältnisse, wie euer Recht nur der zum Gesetz erhobene Wille eurer Klasse ist, ein Wille, dessen Inhalt gegeben ist in den materiellen Lebensbedingungen eurer Klasse.

Die interessierte Vorstellung, worin ihr eure Produktions- und Eigentumsverhältnisse aus geschichtlichen, in dem Lauf der Produktion vorübergehenden Verhältnissen in ewige Natur- und Vernunftgesetze verwandelt, teilt ihr mit allen untergegangenen herrschenden Klassen. Was ihr für das antike Eigentum begreift, was ihr für das feudale Eigentum begreift, dürft ihr nicht mehr begreifen für das bürgerliche Eigentum. –

Aufhebung der Familie! Selbst die Radikalsten ereifern sich über diese schändliche Absicht der Kommunisten.

Worauf beruht die gegenwärtige, die bürgerliche Familie? Auf dem Kapital, auf dem Privaterwerb. Vollständig entwickelt existiert sie nur für die Bourgeoisie; aber sie findet ihre Ergänzung in der erzwungenen Familienlosigkeit der Proletarier und der öffentlichen Prostitution.

Die Familie der [49] Bourgeois fällt natürlich weg mit dem Wegfallen dieser ihrer Ergänzung, und beide verschwinden mit dem Verschwinden des Kapitals.

Werft ihr uns vor, daß wir die Ausbeutung der Kinder durch ihre Eltern aufheben wollen? Wir gestehen dieses Verbrechen ein.

Aber, sagt ihr, wir heben die trautesten Verhältnisse auf, indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen.

Und ist nicht auch eure Erziehung durch die Gesellschaft bestimmt? Durch die gesellschaftlichen Verhältnisse, innerhalb derer [50] ihr erzieht, durch die direktere oder indirektere Einmischung der Gesellschaft, vermittelst der Schule usw.? Die Kommunisten erfinden nicht die Einwirkung der Gesellschaft auf die Erziehung; sie verändern nur ihren Charakter, sie entreißen die Erziehung dem Einfluß der herrschenden Klasse.

Die bürgerlichen Redensarten über Familie und Erziehung, über das traute Verhältnis von Eltern und Kindern werden um so ekelhafter, je mehr infolge der großen Industrie alle Familienbande für die Proletarier zerrissen und die Kinder in einfache Handelsartikel und Arbeitsinstrumente verwandelt werden."

Marx, Karl und Engels, Friedrich Manifest der Kommunistischen Partei (MEW 4), London 1848, S. 477/478.

Kann man ökonomische Bildung "predigen"?
 
„Dietmar Krafft predigt nicht nur exzellente ökonomische Bildung, er praktiziert sie auch selbst.“

Schleithoff, Fabian, Suttner, Johannes, Müller, Christian: Vergleichende Evaluationsanalyse in der Interdisziplinären Wirtschaftsforschung: Dietmar Krafft als Objekt der Ökonometrie, in: Christian Müller/Hans Jürgen Schlösser/Michael Schuhen/Andreas Liening (Hrsg.): „Bildung zur Sozialen Marktwirtschaft", Verlag Lucius & Lucius, Stuttgart 2014, S. 319.

Was sagte Max Weber bereits 1904: "Und - möchte ich hinzusetzen - wer Predigt wünscht, gehe ins Konventikel."

Weber, Max; Ulfig, Alexander (2006): Religion und Gesellschaft. Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Frankfurt am Main: Zweitausendeins, S. 21.

"Das Objekt der personalen Gewalt  nimmt die Gewalt normalerweise wahr und kann sich dagegen wehren - das Objekt der strukturellen Gewalt kann dazu überredet werden, überhaupt nichts wahrzunehmen."

Galtung, Johan (1978): Strukturelle Gewalt. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt (rororo, 1877), S. 16.
"Es gibt Studierende, die sich Nischen organisieren. Doch die Mehrheit wird ums Studium betrogen und vielfach theoretisch und gesellschaftspolitisch analphabetisiert."

Demirović, Alex (2015): Wissenschaft oder Dummheit? Über die Zerstörung der Rationalität in den Bildungsinstitutionen.
Hamburg: VSA-Verl.
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